Cwienk, Ewald

 

 

 

*           8.07.1901, Bismarckhütte
†        26.11.1989, Hörgau

 


 

Komponist. Orgel.

Großes Goldenes Ehrenzeichen - Verdienste um die steirische Kirchenmusik.

 

Literatur:
Suppan, Wolfgang
Steirisches Musiklexikon
Graz: Akademische Druck und Verlagsanstalt, 1962
 

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Fellinger, Leo
Ewald Cwienk, "Malen dürfen. Zum 70. Geburtstag L. F.", in "Kleine Zeitung", Graz, 5. Juni 1954

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Die Ära Cwienk – Wamlek - Czajanek

Eine Bereicherung für das musikalische Leben in Frohnleiten – speziell nach dem Zweiten Weltkrieg - ergab sich mit dem 1937 ins (heutige) Haus Brunnhof 14 gezogenen Komponisten und Germanisten Victor Junk, dem später auch seine Tochter Elisabeth Junk, eine hervorragende Pianistin, folgte. Die Familie Junk pflegte enge Kontakte zu Künstlerpersönlichkeiten wie Joseph Marx, Artur Michl, Franz Mixa, Herta Töpper und anderen. Dazu kam, dass der damalige regens chori Ewald Cwienk seine Beziehungen als Kulturredakteur der Kleinen Zeitung nützte, um namhafte Musiker für Auftritte in Frohnleiten zu gewinnen.

Auf Initiative von Hans Wamlek kam es 1949 zum Ersten Steirischen Komponistentreffen in Frohnleiten, in dessen Rahmen die „Deutsche Messe" von Franz Mixa uraufgeführt und im Radio direkt übertragen wurde. Zu vermerken wäre auch ein Opernkonzert im selben Jahr, initiiert von Elisabeth Wamlek-Junk, mit der gefeierten Altistin Herta Töpper als Stargast.

Unterdessen hatte der gebürtige Oberschlesier Ewald Cwienk, den es nach dem Krieg nach Frohnleiten verschlagen hatte, als regens chori eine neue Ära der Kirchenmusik in Frohnleiten begründet, die bis heute nachwirkt.

Keimzelle des aufstrebenden kulturellen Lebens in Frohnleiten nach 1945 war das Haus der Apothekerin Dr. Gerber, wo kleinere Hausmusikabende stattfanden. Dass mehr daraus wurde, lag vor allem an Elisabeth Junk, die vielbeachtete Liederabende veranstaltete und privat Musikunterricht erteilte. Sie gewann Baron Franz Mayr-Melnhof und Bezirkshauptmann Dr. Sutter für die Gründung der „Bezirksmusikschule Frohnleiten", deren erster Leiter der aus seiner schlesischen Heimat vertriebene Komponist Victor Clariß Czajanek wurde. Das Eröffnungskonzert mit Werken von Beethoven, Schubert und Pfitzner fand am 22.09.1947 im Kinosaal statt.

Mit dem Tode Czajaneks im Jahre 1952 schien bereits das Ende der Musikschule gekommen, als sich die Marktgemeinde Frohnleiten einschaltete und die „Volksmusikschule der Marktgemeinde Frohnleiten" installierte, zu deren Leiter Dr. Lothar Roitz bestellt wurde. Ihm folgte 1981 Mag. Markus Waidacher, der die Musikschule nach wie vor leitet.

„Geschichte" schrieb in frühen Jahren auch der Kinderchor der Musikschule unter Elisabeth Wamlek-Junk. Ersten Rundfunkaufnahmen im Jahr 1957 folgte eine weitere Aufzeichnung mit Ernst Ludwig Uray im Jahr darauf. Stolz kann die Musikschule auch auf ihren Schüler Johann Hindler, der seinen ersten Unterricht bei Josef Brunader genommen hatte und es bis zum Mitglied der Wiener Philharmoniker brachte.

Schweizerorchster 1949 gegründet

Das Bild Frohnleitens als einer musikalischen Hochburg wurde schon bald nach dem Krieg durch die Gründung des so genannten Schweizerorchesters vervollständigt, die auf eine werksinterne Weihnachtsfeier im Jahre 1919 zurückgeht. Unter der Leitung von Dr. Gugl gab es 1950 das erste öffentliche Konzert, einen großen Aufschwung erlebte der Klangkörper unter der Leitung von Otto Houben, damals Konzertmeister der Grazer Philharmoniker, in den 50-er-Jahren. 1970 übernahm Adolf Winkler, im selben Jahr zum Leiter der Musikschule bestellt, die Leitung des Orchesters.

Viele Jahre gehörten die Serenadenabende auf Schloss Rabenstein zum fixen Bestandteil des musikalischen Lebens in Frohnleiten, seit 20 Jahren gastiert – auf Initiative Diethard Rauters und durch die Vermittlung seines Schwagers Johann Hindler – alljährlich eine Gruppe der Wiener Philharmoniker in unserer Stadt.

Quelle: Walter Latzko: "Beiträge zur Musikgeschichte von Frohnleiten", Graz 1989